Live von der TalentPro: Erste Reihe - Marvin Baldauf und die Verwaltung
Shownotes
Live auf der TalentPro spricht Marvin Baldauf mit Franziska Manck in ihrem Podcast "Erste Reihe". Warum der Podcast „Erste Reihe“ heißt? Weil hier Menschen und Themen vorgestellt werden, die in die erste Reihe gehören. Die noch nicht da sind, vielleicht in der dritten, zweiten oder letzten Reihe oder auch schon ganz vorne in der ersten Reihe sind. Es geht um New People Experience und um Innovationen im People Business.
Alle Verwaltungsleistungen digitalisieren? Ja, das ist möglich sagt Marvin Baldauf. Welche konkreten Projekte es gibt und wo wir Marvin in Social Media finden erfahrt Ihr in dieser Folge. Der öffentliche Sektor gehört ganz weit nach vorne in die erste Reihe. Die Talent Pro hat es 2024 vorgemacht und eine ganze Stage einen Tag lang mit dem Thema bespielt.
Diese Folge ist für alle, die gerne einen Einblick in diese Stage bekommen möchten und nicht dabei waren. Und für alle, die gerne wissen möchten: Wie ist es denn, die Verwaltung zu digitalisieren.
Viel Freude beim Hören!
Hier findet ihr Marvin Baldauf und hier Franziska Manck.
Hier geht es zum Erste Reihe-Podcast.
Und wenn Du Tipps & Tricks, kurz Hacks rund um das Thema HR suchst, dann ist vielleicht auch unser Schwesterpodcast: HRM Hacks Podcast interessant.
Transkript anzeigen
00:00:00: Franziska Manck: Den Startknopf. Herzlich willkommen in der ersten Reihe. Heute mit Marvin. Hi, Marvin.
00:00:07: Marvin Baldauf: Hallo, Franziska.
00:00:08: Franziska Manck: Marvin und ich kennen uns tatsächlich noch gar nicht. Wisst ihr was? Wir sind übrigens live auf der Talentprobe. Ich glaube, das muss ich erst mal sagen. Unser Setting sieht so aus, dass wir in einem, in einer Podcastbox drin sitzen. Marvin und ich mit Kopfhörern auf und wir sprechen ins Mikrofon. Und Marvin ist unglaublich sympathisch. Wisst ihr, wenn ihr Marvin trefft, dann würdet ihr sagen der ist so sympathisch, der lächelt euch gleich an und ihr habt einfach Lust, euch mit ihm zu unterhalten. Deswegen bin ich gerade ganz glücklich, Marvin, dass ich dich als Gast hier gewinnen konnte. Herzlich willkommen.
00:00:40: Marvin Baldauf: Schön, dass ich dabei sein darf.
00:00:41: Franziska Manck: Ja, Unser Thema, Marvin heute ist Verwaltung. Du arbeitest in der Verwaltung, im öffentlichen Dienst. Und ich finde, das ist so ein wichtiges Thema. Gerade wenn wir über HR Management, über Recruiting sprechen, tatsächlich weniger über Recruiting, sondern ein bisschen mehr über HR und was, was kann da passieren in der Verwaltung und Marvin wollen wir mit dir starten? Und du erzählst ein bisschen was über dich?
00:01:02: Marvin Baldauf: Ja, sehr, sehr gerne. Ich bin Marvin Baldauf, bin Referent im Fachbereich Digitalisierung bei der Metropolregion Rhein-Neckar. Die Metropolregion Rhein-Neckar ist eine Regionalentwicklungsgesellschaft. Wir haben verschiedenste Handlungsfelder, in denen wir zusammenarbeiten und Allianzen bilden unter anderem das Thema Digitalisierung, was wir als Schwerpunkt identifiziert haben. Bin aber auch Co-Founder der Kommunalcampus AG, ein Projekt, was wir mal vor einigen Jahren gestartet haben, um digitale Kompetenzen aufzubauen. Und im Zuge dessen haben wir eine Genossenschaft gegründet, um unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf den digitalen Wandel vorzubereiten und letztendlich auch zu befähigen. Ja, angefangen bei Projekten zum Onlinezugangsgesetz. Ich muss dazu sagen, das ist ein Gesetz, um alle Verwaltungsleistungen in Deutschland zu digitalisieren. Also für diejenigen, die nichts damit anfangen können, damit wir unseren Personalausweis digital beantragen können. Zum Beispiel digitale Planungsverfahren bis hin zu Automatisierung und Kompetenzaufbau an der Stelle. Wir haben einen Austausch als Region mit den drei Bundesländern, unseren Stadt und Landkreisen. Also getragen werden wir als Region von unseren drei Ländern Hessen, Baden Württemberg und Rheinland Pfalz, aber auch der Wirtschaft an der Stelle für diejenigen, die jetzt unter uns sind. ABB, John Deere oder BASF, SAP sind unter anderem unsere Gesellschafter und Sponsoren. Wir spielen da mit Allianzen und unterstützen Netzwerke Initiativen, die zur Regionalentwicklung in der Metropolregion Rhein-Neckar beitragen. Unser Credo ist dabei, dass wir gemeinsam stärker sind. Und ich bin als Referent ein Teil dieser Institutionen, darf jeden Tag mich dafür einsetzen, dass Staat und Verwaltung digitaler werden.
00:02:46: Franziska Manck: Okay, lass uns atmen und eine Pause machen. Wenn du die Frage bekommst, erzähl uns mal was über dich. Hast du direkt angefangen zu erzählen von deiner Arbeit, die unglaublich beeindruckend ist. Lass uns doch noch mal kurz starten, über dich zu sprechen.
00:03:04: Marvin Baldauf: Ja. Bevor ich dort eingestiegen bin, habe ich ein Studium absolviert, Politik und Verwaltungswissenschaften. Auch ein Verwaltungswirt absolviert an der Hochschule für öffentliche Verwaltung. Habe mich also frühzeitig auch der Verwaltung genähert an der Stelle und bin über diese Verwaltungslaufbahn dann auch letztendlich zu dem Thema Digitalisierung gekommen. Wir haben oder ich habe zunächst Wahlen begleitet in Form der Büroleitung zum Beispiel ganz klassisch auf kommunaler Ebene. Hatten wir auch gerade kürzlich und so bin ich auch viel mehr in die Projektarbeit reingekommen. Es ging dann auch um die Automatisierung, um die Volldigitalisierung, elektronische Aktenführung. All das war Bestandteil meiner Arbeit und so bin ich auch letztendlich zu dem Thema gekommen in den letzten Jahren, habe mich zunehmend mit dem Thema Digitalisierung auseinandergesetzt.
00:03:49: Franziska Manck: Wie kommt man denn dazu, sich zu überlegen als junger Mensch? Ich studiere öffentliche Verwaltung.
00:03:56: Marvin Baldauf: Spannende Frage tatsächlich. Also ich habe mich frühzeitig damit beschäftigt war. Jetzt blicken wir schon sehr lange zurück. Zunächst mal Schülersprecher. Ich habe mich also frühzeitig auch engagiert, schon im schulischen Kontext, in meiner Ausbildung sozusagen. Und anschließend habe ich dann natürlich dann auch die Nähe zu der Kommunalverwaltung, Stadt und Landkreisen gehabt und habe mich dann auch damit auseinandergesetzt und habe dann gesagt, ich schaue da mal gerne rein. Und bin dann zunehmend letztendlich auch da zur Kommunalverwaltung gekommen.
00:04:28: Franziska Manck: Bleiben wir mal bei deinem Studium. Wie hast du das geschafft in deinem Studium? Hast du da alle Lerninhalte mitbekommen, die du für deinen Job jetzt auch brauchst? Also hat tatsächlich öffentliche Verwaltung im Studium dahin geführt, jetzt wirksam zu sein in der öffentlichen Verwaltung? Für dich.
00:04:44: Marvin Baldauf: Definitiv nicht. Man nimmt ganz einfach oder lernt ganz einfache Dinge dort. Von Verwaltungsakten, Widersprüche, Klageverfahren. Aber ich habe mir auch die Frage gestellt, sind das die Dinge, die wir in der Verwaltung dann wirklich überwiegend brauchen? Ich würde behaupten, ja, aber wir brauchen natürlich auch entsprechende Kompetenzen, Fähigkeiten, um diesen Wandel zu gestalten. Und ich muss einfach auch sagen, dahingehend sind die Lehrinhalte und Lernangebote, die wir haben, an der Hochschule für öffentliche Verwaltung zum Beispiel einfach noch ausbaufähig. Und da müssen wir noch viel, viel tun, tatsächlich, um das Potenzial zu heben. Und ich glaube, auch der Faktor Mensch ist entscheidend letztendlich für diese Transformation und den Transformationsprozess. Und nur so wird uns der Wandel gelingen. Und da müssen wir schon frühzeitig anfangen, sowohl in der Ausbildung, aber auch bei der Befähigung der Mitarbeiter, die vielleicht schon seit Jahren im Dienst sind.
00:05:35: Franziska Manck: Ich finde das unglaublich beeindruckend, weil du so viele, viele Themen erzählst, die schon so inhaltlich stark sind und die auch inhaltlich viele, wenn ich das mal sagen darf, auch so Buzzwords beinhalten. Ja. Ist das was, was man in dem Studium auch lernt? Also wie unterhalte ich mich und gehe vielleicht auch in die Politik später?
00:05:59: Marvin Baldauf: Eher weniger. Das ist nicht Bestandteil letztendlich der Ausbildung des Studiums, sondern ganz klassisch halt, "Wie gehe ich mit Sachverhalten um?". Und man lernt weniger kommunikative Dinge oder auch den Umgang mit Menschen, den Bürgerinnen und Bürgern, die letztendlich ja auch unsere Kunden sind, das viel zu oft vergessen wird. Und insofern glaube ich auch, da gibt es noch Potenzial. Ich glaube, ich würde behaupten, dass ich durch meine Tätigkeit und auch durch die Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, in den Projekten habe ich, glaube ich, sehr, sehr viel dazugelernt. Und ich glaube, auch da habe ich sehr viel mitgenommen aus der Region. Ich habe eine Chance bekommen und durfte mich da auch entwickeln. Und ich glaube auch wichtig ist an der Stelle die Gestaltungspotenziale Weiterbildungsmöglichkeiten, die dir der Arbeitgeber gibt. Die haben dort dazu beigetragen, dass ich mich, dass ich mein Potenzial vielleicht auch entfalten konnte und bin dort, wo ich heute stehe.
00:06:53: Franziska Manck: Wenn du jetzt das Studium revolutionieren könntest, du darfst jetzt entscheiden. Marvin sagt Was ist wirklich relevant, was ist notwendig, was braucht man? Welche Inhalte würdest du auf die Agenda schreiben?
00:07:07: Marvin Baldauf: Ja. Damit Verwaltung zukunftsfähig zukunftsfähig bleibt, müssen wir natürlich unsere Menschen darauf vorbereiten. Und das betrifft natürlich gerade Zukunftsthemen und Technologien, die viel mehr Bestandteil des Studiums sein müssen. Digitalisierung ist weit gefasst, aber das kann verschiedenste Dinge beinhalten. Also zum Beispiel Use Cases. Was kann ich mir ganz konkret darunter vorstellen? Anwendungsfälle, Erfahrungsbeispiele auch möglicherweise aus der Praxis schon ins Studium integrieren und viel mehr auch da Praxisnähe letztendlich zu haben. Im Rahmen des Studiums und ganz klassisch, wenn es um Lehr- und Lerninhalte geht, geht es um Change Management, ganz konkret Prozessmanagement, aber auch ganz klassische, banale Dinge, die wir eigentlich aber auch erst in der Arbeitswelt kennenlernen. Wie gehe ich mit Microsoft Office um? Oder auch andere Tools, die innovativ sind, Slack oder die, die genutzt werden inzwischen, um auch Projekte zum Beispiel zu realisieren?
00:08:02: Franziska Manck: War das Teil des Studiums, dass man sich über Digitalisierung austauscht, dass man weiß, welche Tools werden zurzeit wo in welchen Behörden angewendet, Was bräuchte es noch neu? Was gibt es eigentlich an HR Trends oder an Tooltrends auf dem Markt?
00:08:14: Marvin Baldauf: Das mag ein Bestandteil und ich glaube, das muss viel mehr auch in die Lehre letztendlich auch aufgenommen werden. Wir müssen uns über diese Dinge austauschen und uns Gedanken machen, wie wir da ja Staat und Verwaltung gestalten. Weil ich glaube, die Modernisierung von Staat und Verwaltung ist wichtiger denn je. Alle können davon profitieren und aktuell ist einfach die Verwaltung noch einfach nicht sexy. Und wir müssen daran arbeiten, dass auch Verwaltung attraktiv ist, damit wir auch. Kommen wir zum Thema Personal zurück. Damit sie attraktiv ist für möglicherweise auch Nachwuchskräfte, Führungskräfte oder auch Fachkräfte, die wir hier zum Beispiel auch in die Metropolregion Rhein-Neckar holen möchten.
00:08:50: Franziska Manck: Bei dir hat es ja geklappt. Also auch wenn das Studium jetzt nicht sexy war und wir schon überlegt haben, wie können wir das besser gestalten? Also mit Use Cases, mit praktischen Themen zum Anfassen oder auch mit Digitalisierungstools. Also bei dir hat es geklappt in die Verwaltung zu kommen. Für dich muss die Verwaltung ja jetzt irgendwie sexy sein. Was ist es, was dich catcht? Was dich auch da hält?
00:09:10: Marvin Baldauf: Wir als Region sind natürlich in Anlehnung an den öffentlichen Dienst. Das muss ich noch mal hier ein bisschen abgrenzen. Ich bin aktuell bei einer Regionalentwicklungsgesellschaft, also in etwa vergleichbar mit einer Wirtschaftsförderung für die Region zum Beispiel. Und ich glaube, es sind die Rahmenbedingungen, die, die attraktiv sind, und die Gestaltungsmöglichkeiten, die mir geboten werden. Die haben dazu beigetragen, dass ich sage, das ist ein toller Arbeitgeber, mit dem identifiziere ich mich, auch mit den Projekten. Und da arbeite ich gerne. Und ich glaube, da müssen wir auch, wenn wir über Verwaltung sprechen, müssen wir ganz konkret daran arbeiten, an den Rahmenbedingungen, an der Attraktivität. Employer Branding zum Beispiel, ganz, ganz konkret Recruiting, also da auch entsprechend anknüpfen an digitale Möglichkeiten. Denn nur durch Digitalisierung, würde ich jetzt behaupten, bleiben Staat und Verwaltung letztendlich auch zukunftsfähig.
00:10:01: Franziska Manck: Im Recruiting gucken wir auf Benefits zum Beispiel, die wir anbieten. Was sind die Benefits, von denen du sagst, die sind für dich spannend. Deshalb arbeitest du gerne für den Staat.
00:10:14: Marvin Baldauf: Ähm...
00:10:15: Franziska Manck: Das Gemeine, die Fragen. Es tut mir leid, aber ist halt so.
00:10:19: Marvin Baldauf: Schwierige Frage, tatsächlich. Also, ich glaube, wir sind schon in weiten Teilen vielleicht noch attraktiver wie die klassische Kommunalverwaltung. Ganz, ganz klassisch. Aber es gibt natürlich noch Luft nach oben, keine Frage, der der gesamte Katalog muss stimmen und man muss glücklich sein. Und ich glaube, für mich ganz essenziell war das Thema Gestaltungsmöglichkeiten. Ich kann mich entfalten, kann mit meinen Kolleginnen und Kollegen oder auch meinem Vorgesetzten darüber sprechen, was ich gerne realisieren möchte. Zum Beispiel auch die Teilnahme an der Veranstaltung heute hier. Das ist in Teilen ja noch nicht möglich. Letztendlich. Also man muss mit mit seinem Vorgesetzten auch darüber sprechen und dann auch darüber sprechen, warum man vielleicht auch an einer Veranstaltung teilnimmt. Das gilt natürlich auch für Fort- und Weiterbildungsangebote. Das ist eine Erfahrung, die ich immer wieder auch in der Zusammenarbeit mit Stadt- und Landkreisen mache. Wir haben 15 Stadt- und Landkreise. Für einige von euch sind die Begriffe Mannheim oder Heidelberg jetzt gerade aufgrund der aktuellen Ereignisse auch ein Begriff. Wir reden über mehrere 1.000 Mitarbeiter und da müssen wir eben die Rahmenbedingungen ermöglichen. Und ich stelle fest, dass vor allem auch in ländlichen Räumen die Rahmenbedingungen einfach noch nicht vorhanden sind. Und wenn wir dann zum Thema Benefits Anreize zurückkommen, gibt es eben auch im Vergleich zur Wirtschaft Luft nach oben. Wenn wir über wettbewerbsfähige Gehälter zum Beispiel auch sprechen. Über andere Anreize, die gesetzt werden können. Und da müssen wir in der Verwaltung noch sehr, sehr viel tun, bis hin zu auch Anpassungen von Beamtenrecht, zum Beispiel Reform des Beamtenrechts, mit Zulagen zu arbeiten für attraktive Stellen, weil die attraktiven Fachkräfte fallen nicht vom Himmel. Und da müssen wir letztendlich auch schauen, wie wir vielleicht dann auch Fachkräfte in die Region holen, in die Verwaltung holen. Und da gilt es, diese Rahmenbedingungen zu verbessern.
00:12:11: Franziska Manck: Du hast gesagt, Teil deines Jobs ist es jetzt, Allianzen zu bilden. Wie muss ich mir das konkret vorstellen?
00:12:18: Marvin Baldauf: Ja, wir haben in unserem Fachbereich mehrere Projekte. Natürlich. Eins was ich selbst koordinieren darf, ist das Modellvorhaben, ein sehr sperriger Begriff Kooperatives E-Government in föderalen Strukturen. Um es kurz zu machen Es geht um Digitalisierung über die föderalen Ebenen, also Bund, Länder, Kommunen, wie wir hier zusammenarbeiten können, und im Rahmen des Modellvorhabens, was auch getragen wird durch die Staatssekretäre und Länder, ist hier aus der drei Bundesländer Hessen und Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz realisieren wir letztendlich auch diverse Vorhaben rund um das Thema Digitalisierung und CIOs übernehmen auch an der Stelle einzelne CIO Patenschaften, zum Beispiel das Projekt Kommunalcampus wurde über ein CIO initiiert und ich glaube, dass man auch Gestaltungsmöglichkeiten, die uns da geboten wurden. Durch die entsprechende Unterstützung der Länder konnten wir diese Dinge realisieren. Das gilt aber auch natürlich ganz anderen Bereichen. Wenn es jetzt darum geht, Bürokratie zum Beispiel abzubauen, Waren wir im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes, waren wir dafür verantwortlich, mit den Bundesländern Hessen und Rheinland-Pfalz digitale Antragsverfahren im Breitbandausbau zu etablieren. Also ich mache es kurz, damit die Breitbandunternehmen, wie sie alle heißen. Ich möchte keine Werbung machen, die dieses Glasfaser unter die Erde bringen. Das war unsere Aufgabe, diese Verfahren letztendlich digital abzubilden. Was heute im Übrigen noch alles in der Regel in Papierform auch gemacht wird. Und das gilt es jetzt auch umzusetzen. Da waren wir einer der Partner, letztendlich auch in der Leistungsverantwortung. Ich glaube, auch da haben wir Allianzen gebildet, über die Bundesländer hinweg, in der Kommunal, intersektoral, interdisziplinär. Wir haben mit verschiedensten Disziplinen auch zusammengearbeitet. Im Übrigen auch weil du noch mal zu mir gesagt hast, engagiere ich mich natürlich auch in anderen Bereichen und Netzwerken. Ich bin Teil des Nationalen Egovernment-Kompetenzzentrums und persönliches Mitglied und auch engagiere ich mich zusätzlich noch im Nachwuchs Netzwerk und zusätzlich auch über die Wirtschaft. In der Region Rhein Neckar habe ich die Anfrage bekommen, ob ich Teil des Weltwirtschaftsforums sein möchte als Global Shapers. Das ist auch eine Nachwuchsorganisation des World Economic Forums. Und hier bringe ich mich natürlich auch ein. Und da sprechen wir auch über verschiedenste Themen. Also Zukunftskompetenzen, Bildung oder auch andere Themen.
00:14:35: Franziska Manck: Wenn wir Projekte starten, dann mache ich das normalerweise so, dass ich irgendwie so meine Top drei Projekte benenne und sage, "Was ist der konkrete Mehrwert davon?". Was sind deine drei Top Projekte, von denen du sagst, so ganz kurz und knapp, das ist so genau das, was uns nach vorne bringt, wenn ich die umgesetzt habe.
00:14:56: Marvin Baldauf: Also es gibt zwei ganz konkrete Projekte, wo wir glaube ich auch schon umgesetzt haben und von denen habe ich jetzt auch beide eigentlich schon kurz gesprochen. Das ist einerseits der Kommunalcampus. Gestartet als Projekt, überführt in eine entsprechende institutionelle Struktur und Governance.
00:15:13: Franziska Manck: Was ist das genau der Kommunalcampus?
00:15:14: Marvin Baldauf: Also ich mache es kurz, eine Lernplattform für die Verwaltung auf kommunaler Ebene. Also Mitarbeiter der Stadt und Stadt- und Landkreise zum Beispiel, können dort Fort- und Weiterbildungsangebote wahrnehmen. Es ist eine Art Booking, nenne ich es jetzt mal für die Verwaltung. Mitarbeiter bzw. Personalverantwortliche haben institutionelle Accounts, können darüber auch steuern, wie viel Budget zum Beispiel bereitgestellt wird, etc. und verschiedenste Anbieter von Universitäten, Hochschulen bis hin zum Freelancer. Sie können dort Angebote bereitstellen rund um das Thema Digitalisierung und Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter können diese Angebote wahrnehmen. Also Sie können darauf zurückgreifen, ist auch im Internet verfügbar. Wir haben mehrere 100 Angebote, jetzt inzwischen seit 2020/21.
00:15:55: Franziska Manck: Also eigentlich eine digitale Plattform, die unterschiedliche Learnings anbietet und jeder in der Verwaltung, der da arbeitet, unabhängig davon, wo er arbeitet, kann sich selbst was raussuchen und hat ein bestimmtes Budget zur Verfügung und kann das anwenden, wie er möchte.
00:16:08: Marvin Baldauf: Das ist ganz unterschiedlich. Tatsächlich. Das Innovative, würde ich auch sagen, ist nicht ganz klassisch Tagesseminare, sondern wir haben gesagt, wir brauchen innovative Lehr- und Lernformate. Und wir haben uns nicht für ein digitales Format oder ausschließlich digitales Format entschieden, sondern ein Blended Learning Ansatz, den ich auch damals noch mit, sage ich mal, einführen durfte, auch mit der Genossenschaft. Und wir haben die Möglichkeit, uns entsprechend vorzubereiten auf einer Lernplattform und die Nachbereitung durchzuführen. Und anschließend gibt es noch mal mit einem Lehrbeauftragten Dozenten die Möglichkeit rund vier Stunden sich dem Thema näher zu widmen. Auch im direkten Austausch, zum Beispiel per Videokonferenz oder vor Ort.
00:16:48: Franziska Manck: Lass uns gerne bei dem Learning Thema bleiben. Es ist ja ein riesen Impact, den die Verwaltung hat, weil schon so viele Menschen an Bord sind und auch in der Verwaltung arbeiten. Ist es auch so, dass die Mitarbeitenden in der Verwaltung auch schon sagen können, "Das sind meine Skills, das sind meine Themen, da bin ich gut unterwegs und das, das fehlt mir noch. Und wenn ich jetzt dieses Seminar auf der Lernplattform besuche, dann habe ich ein Skill Portfolio erweitert."
00:17:15: Marvin Baldauf: Also darum geht es tatsächlich auch. Das ist relativ schwierig, das teilweise selbst auch zu identifizieren, wo man vielleicht noch Bedarfe hat. Also natürlich gibt es den Vorgesetzten, der möglicherweise sagen kann, es wäre doch schön, wenn. Aber wir haben da so eine Art Tool Format entwickelt, wo wir auch dann zunächst mal schauen, welche Kompetenzen sind dann sind denn Der notwendig. Da gibt es den europäischen Kompetenzrahmen zum Beispiel, der dann auch wiederum ja verschiedenste Bereiche festlegt, wo wir auch dann entsprechend Bedarfe haben. Und da gibt es auch innovative Formate und da versuchen wir auch, Dinge zu übernehmen. Letztendlich beim Kommunalcampus Kommunalcampus, um auch bedarfsorientiert letztendlich Fort- und Weiterbildungsangebote durchzuführen. Weil das war auch immer das Ziel, möglicherweise auch künftig mal mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz automatisiert. Also das gar nicht mehr der Kommunalcampus mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern oder der Vorgesetzte sagen soll oder muss. Du solltest mal da da entsprechend vielleicht anknüpfen, sondern dann auch möglicherweise eine KI dir sagt, es wäre doch schön, wenn du da in dem Bereich dich weiterbildet, weil du hast noch Bedarf.
00:18:20: Franziska Manck: Okay, interessant. Ich habe einen ganz anderen Ansatz, sozusagen. Für mich ist Entwicklung verankert bei den Menschen selbst, der für sich selbst erkennt sozusagen wo stehe ich, was möchte ich gerne noch, wie kann ich hingehen? Ich sehe das viel weniger als, da ist eine Führungskraft, die oder ein Vorgesetzter, der mir sagt, was ich noch zu tun habe. Ich fände es persönlich auch ganz schön gruselig, wenn ich so eine KI hätte, die mir sagen würde, "Franzi, du hast echt noch Bedarf und Defizite in dem Bereich." Ist das was, worüber ihr auch diskutiert? Sozusagen, wo liegt die Verantwortung? Wie kann man die Selbstbefähigung der Menschen in der Verwaltung, die Selbstreflexion stärken?
00:18:55: Marvin Baldauf: Also zu dem Thema Allianzen, ja, wir haben natürlich auch Arbeitskreise, Netzwerke, wo wir uns auch über diese Themen austauschen, auch darüber diskutieren letztendlich. Aber es hängt natürlich immer von von den Mitarbeitern ab und der jeweiligen Institution, möglicherweise auch, wie ihr das dann ausgestaltet. Also ich glaube, da hängt es immer von den Menschen, die, die für diese Mitarbeiter verantwortlich sind, ab oder auch von den Menschen selbst. Es sind Individuen, die dann auch ja selbst dann schauen müssen Was will ich, was mache ich? Und ich würde behaupten oder ich würde es mir wünschen. Ich formuliere es einmal so, dass auch die Menschen in der Verwaltung oder bereit wären, hier an der einen oder anderen Stelle sich entsprechend fortzubilden. Weil eine Erfahrung, die wir gemacht haben, ist, dass wir diese Initiative gestartet haben das Projekt Kommunalcampus. Wir haben die Fort- und Weiterbildungsangebote, aber wir stellen fest, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht immer intrinsisch motiviert sind und sagen, ich nehme jetzt dieses Angebot wahr, weil ich es brauche. Ich glaube, da müssen wir noch daran arbeiten, wie wir die Mitarbeiter dazu bringen, dass sie auch diese Angebote wahrnehmen. Wir haben jetzt versucht, schon entgegenzuwirken, indem wir gesagt haben, hey, es geht ja auch in der Verwaltung häufig um das Thema Finanzierung und die Ressourcen müssen bereitgestellt werden. Wir haben Bildungsgutscheine. Also ein Staatssekretär hat das Thema und Potenzial erkannt und hat gesagt, lasst uns doch sogenannte Bildungsgutscheine bereitstellen, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu befähigen. Das bedeutet, die Stadt und Landkreise, Verwaltungen müssen nicht mehr selbst das Geld in die Hand nehmen, sondern bekommen sogar die Fort- und Weiterbildungsangebote über diese Bildungsgutscheine finanziert. Und das soll alles dazu beitragen, dass wir natürlich dann auch Mitarbeiter dazu bringen, die Angebote wahrzunehmen.
00:20:40: Franziska Manck: Ist das nicht so ein Ansatz, der so total old school ist? Also geht es nicht eigentlich darum irgendwie, dass jeder selbst für sich erkennt, irgendwie? Ich habe Lust was zu machen und die Angebote sind halt so interessant. Ja, also muss man nicht die Angebote verändern und einfach sagen das bringt dich halt weiter. Du kannst dann damit auch was Neues umsetzen, was Neues gestalten. Wie kriegt man denn da so Schwung rein?
00:21:03: Marvin Baldauf: Also ich glaube, es hängt mit der Branche letztendlich und auch dem Public Sector zusammen. Das ist die die Riesenherausforderung. Er tickt eben anders als die freie Wirtschaft. Ich würde behaupten, ich glaube, in vielen Unternehmen ist genau dieses Mindset und und diese Punkte sind bekannt und ich glaube, wir müssen sie noch mehr in die Verwaltung hineintragen, dass auch die die Angebote bereitstehen und dass jeder selbst auch dafür verantwortlich ist, sich weiter zu entwickeln. Aber ich glaube, das hängt mit der gesamten Governance der Verwaltung zusammen. In der freien Wirtschaft in der Regel wechselt man auch immer mal wieder. Ich glaube, da ist die meiste Erfahrung in der Verwaltung ist es nicht unüblich, dass wir Mitarbeiter haben, die seit ihrem Studium oder der Ausbildung bis zum Ende ihrer Pension möglicherweise auch zum Beispiel zwei, drei Stellen wahrgenommen haben. Und da stellt sich auch die Frage, warum müssen Sie sich, also aus deren Sicht, warum müssen sie sich dann überhaupt weiterentwickeln? Und ich glaube, da müssen wir einfach auch in gewisser Weise dieses alte Denkmuster aufbrechen, vielleicht auch mal raus aus den Silos und rein ins Vergnügen. Das sage ich ganz gerne, weil das ist teils noch nicht der Fall und da würde ich gerne auch noch mehr ein Zeichen setzen.
00:22:17: Marvin Baldauf: Und ich glaube oder versuche es zumindest jeden Tag, wenn ich auch im Austausch bin, da meinen Beitrag zu leisten. Und es gibt auch unglaublich viele Menschen in der Verwaltung, die schon dieses Mindset mitbringen. Lust auf Veränderung haben und auch bereit sind, sich weiterzuentwickeln. Aber es sind eben oder es ist nur ein kleiner Bruchteil. Also wir reden ja alleine beim Sektor, beim Public Sector über rund 5 Millionen Menschen in Deutschland. Das ist einer der größten Bereiche und allein bei uns reden wir über 50.000 Beschäftigte auf kommunaler Ebene in Rhein-Neckar. Und insofern gilt es natürlich auch, diese 50.000 Beschäftigte mitzunehmen. Und ich muss auch sagen, der Anlass für dieses Projekt damals war der demografische Wandel. Wir haben festgestellt, wir haben einige Menschen, die ausscheiden werden, und haben uns damals auf den Weg gemacht und sind davon ausgegangen, dass ja auch der Bedarf vorhanden ist bei rund 50.000 Menschen in der Verwaltung. Stellen aber jetzt fest, um darauf zurückzukommen, dass eben nicht alle die Angebote wahrnehmen, die es vor Ort gibt.
00:23:17: Franziska Manck: Sind wir mal ketzerisch. Sagen wir mal, die Babyboomer scheiden jetzt aus? Ja, dann sinkt die Millionenzahl der Menschen, die in der Verwaltung arbeiten, erstmal drastisch. Was glaubst du passiert dann?
00:23:30: Marvin Baldauf: Also wir gehen davon aus, es gibt auch Statistiken, dass mehr als 50 %, sogar knapp über 60 % der Menschen ausscheiden werden. Altersbedingt. Das ist eine Menge. Und ich glaube, Digitalisierung kann dazu beitragen, auch diesen Fachkräftemangel möglicherweise auch zu decken. Würde ich jetzt mal vage behaupten, indem wir Automatisierung, Volldigitalisierung etablieren. Und ich glaube, das ist die Antwort auch auch darauf. Wir müssen es tun. Es bleibt uns nichts anderes übrig. Und vielleicht ist auch diese Herausforderung eine Chance für den Staat und die Staatsmodernisierung in Deutschland.
00:24:10: Franziska Manck: Also, auf jeden Fall brauchen wir notwendigerweise einfachere Prozesse. Aber auch dieses, was du vorher erzählt hast, das Mindset, ja und die Freude und dieses, der positive Antritt. Ich habe hier einen Job, so wie du das auch repräsentiert, der mir Spaß macht. Ja, deswegen habe ich das vorhin auch gefragt. Warum bist du gerne da? Was sind die Benefits, die dich anreizen, weshalb du sagst Ich möchte da gerne in dem Bereich, in dem ich arbeite, auch weiterarbeiten. Ich glaube, was es braucht, ist ja einen Verwaltungsapparat, der sich als Vorreiter sieht. Und das würde ich gerne mit dir noch mal weiterspinnen wie sieht das denn in Zukunft aus? Ich mag tatsächlich diese Fünfjahresfrage so gar nicht. Aber lass uns das überlegen, meinetwegen auch in zehn Jahren. Wie sieht da Verwaltung in der Zukunft aus? Wie wird das sexy, wie du es genannt hast?
00:25:00: Marvin Baldauf: Ja, gute, gute Frage. Wir stehen vor vielen Herausforderungen, auch als Verwaltung über alle föderalen Ebenen hinweg. Krieg, Hochwasser, sonstige Ereignisse, die stattfinden. Und wir brauchen, glaube ich, resiliente Strukturen, digitale Infrastrukturen, die, die vorhanden sind, digitale Verwaltungsleistungen. Und ganz konkret werden die dazu beitragen, dass wir digitaler werden. Wir brauchen natürlich vor allem auch die Menschen dazu. Die dürfen wir, dürfen wir nicht vergessen. Die müssen in der Lage sein, diesen Wandel zu gestalten. Und wie sieht die Verwaltung der Zukunft aus? Ich nehme ganz gerne das Beispiel Amazon. Heute bestellt, morgen da. Warum nicht auch mit dem Personalausweis? Also das sind Dinge, so stelle ich mir Verwaltung der Zukunft vor, dass ich auch durch Einsatz von KI erhebliche Vorteile habe. Effizienzgewinne ganz konkret, wenn es jetzt zum Beispiel um das Thema Mehrsprachigkeit geht. Wir haben ja auch viele, möglicherweise die aus dem Ausland hierher kommen, ausländische Fachkräfte, die wir hier in Deutschland im Übrigen auch brauchen. Wir müssen als Staat attraktiv werden und zum Beispiel auch das Thema Mehrsprachigkeit bei Verwaltungsleistungen. Wir in der Verwaltung können diese Leute nicht bedienen. Und gerade zum Beispiel der Einsatz von KIs, wenn wir da entsprechend dann zum Beispiel Voice Bots einsetzen können, die können dazu beitragen, dass wir die Verwaltung ja attraktiver machen und auch letztendlich hier die Rahmenbedingungen schaffen, die wir vielleicht für die digitale Zukunft brauchen. In allen Bereichen wohlgemerkt. Also nicht nur im Bereich Bauen Wohnen, sondern im Bereich Mobilität, digitale Mobilität. Also man kann das weit spinnen. Wir haben viele Schwerpunkte, auch tatsächlich und da können wir noch viel, viel mehr Potenzial auch heben in Deutschland. Insbesondere wenn wir auf andere Staaten auch blicken, im europäischen oder internationalen Vergleich. Da stehen wir eben auch als Wirtschaftsnation nicht sonderlich gut da. Und ich glaube, da gilt es auch, das Potenzial zu heben, einfach um auch attraktiv für die Zukunft zu sein. Und das sind wir gerade, wenn wir auf das Thema Digitalisierung blicken. Aktuell eben nicht.
00:27:06: Franziska Manck: Okay, wir haben unser Zukunftsbild entwickelt, wir haben die digitale Verwaltung in zehn Jahren. Ja, Du kannst nicht nur deinen Personalausweis, sondern alles digital bestellen. Hast du eine tolle Kunden- journey, die da durchgeht. Wir haben resiliente Mitarbeiter, die alle genau wissen, wie können sie neue Kraft gewinnen in multiplen Krisen, die wir tatsächlich wahrscheinlich auch in zehn Jahren noch erleben werden. Und wir haben ganz viel Mehrsprachigkeit, das heißt Vielfalt in der Verwaltung. Und für diese drei Punkte, was ist da der erste konkrete Schritt? Den, den du jetzt umsetzt, Wenn du hier raus gehst aus dem Podcast und sagst, ja, das sind genau die Themen, die ich jetzt konkret umsetze.
00:27:49: Marvin Baldauf: Ja, wir sind in den Netzwerken, im Austausch, ganz konkret. Projekte wie der Kommunalcampus sind eins davon. Das Thema Mehrsprachigkeit ganz konkret. Da arbeiten wir dran. Deswegen habe ich das auch vor allem jetzt genommen an einem Zukunftsprojekt Projekt mit der Behördenrufnummer 115. Die ist vielleicht dem ein oder anderen bekannt. Die gilt es auch in gewisser Weise zu reformieren. Ganz konkret zum Beispiel wollen wir daran arbeiten, dass wir, dass wir hier KI oder der Einsatz von KI erprobt wird, zum Beispiel am Beispiel dieser Behörden Rufnummer, denn diese Behördenrufnummer besteht schon. Soll Anfragen für Bürgerinnen und Bürger beantworten. Und da können wir natürlich auch KI vor allem in den Einsatz bringen. Auch in ganz anderen Bereichen. Letztendlich, wenn wir zum Beispiel über das Onlinezugangsgesetz sprechen. Also angenommen, alle unsere Verwaltungsleistungen stehen digital zur Verfügung. Soll diese Behördenrufnummer 115 laut eines offiziellen Beschlusses des Planungsrates für die, die es nicht wissen, ein Steuerungsgremium von Bund und Ländern in Deutschland, soll diese Behördenrufnummer dazu beitragen, für alle Auskunft zu geben. Also der sogenannte First Level Support soll darüber stattfinden. Das bedeutet aber auch, wir müssen auch da entsprechend die entsprechenden Ressourcen bereitstellen. Da gibt es sogenannte Servicecenter, zum Beispiel auch in der Region Rhein-Neckar, wo du als Bürger anrufen kannst und der dir Fragen beantwortet werden. Und das Ganze soll dann auch in Ergänzung natürlich zum Beispiel mit Chatbots und Ähnliches dann auch erweitert werden. Wird auch in Teilen schon gerade erprobt. Und das sind zum Beispiel ganz konkrete Anknüpfungspunkte. Wir müssen das Thema Kommunalcampus weiterentwickeln. Ich glaube aber auch das Thema gesetzliche Rahmen. Es gibt ja verschiedene Dimensionen, und wenn wir mal in die rechtliche reinschauen, glaube ich, müssen wir auch da gesetzlich in Deutschland verschiedenste Änderungen vornehmen, damit uns Digitalisierung gelingt. Zum Beispiel das Beispiel Schriftformerfordernis. Also wir können noch so viel über Digitalisierung sprechen, sofern die Schriftform erfordert wird, sozusagen, können wir es nicht digital abbilden. Es gibt einfach noch zu viele Gesetze, in denen die Verwaltung aus 1960 vielleicht abgebildet ist und das gilt es jetzt auch entsprechend anzupassen.
00:30:03: Franziska Manck: Okay, das macht Marvin für uns. Digitale Signatur einführen, Lernplattform verstetigen und Chatbots einführen für die Kommunikation. Ich finde es richtig cool, Marvin. Ich finde, das sind tolle Themen. Und auch wenn du jetzt so davon erzählst, kann man die so ein bisschen runterbrechen und auch irgendwie ganz schnell manche Themen umsetzen. Mich würde noch so ein bisschen was über dich interessieren. Und zwar, komm machen wir mal über die In or Out Runde. Ich gebe dir zwei Begriffe und du sagst, welcher davon deiner ist. Bist du bereit?
00:30:36: Marvin Baldauf: Also zwei Begriffe und ich darf einen davon.
00:30:38: Franziska Manck: Ja, im Notfall kannst du auch zwei nehmen. Aber starte mit einem. Okay? Berge oder Meer?
00:30:47: Marvin Baldauf: [unverständlich]
00:30:48: Franziska Manck: Kaffee oder Tee?
00:30:49: Marvin Baldauf: Tee
00:30:50: Franziska Manck: Vegan oder Schnitzel.
00:30:53: Marvin Baldauf: Schnitzel.
00:30:55: Franziska Manck: Zentral oder dezentral?
00:30:57: Marvin Baldauf: Zentral.
00:30:58: Franziska Manck: Früh oder Spätschicht?
00:31:00: Marvin Baldauf: Spätschicht.
00:31:03: Franziska Manck: Qualität oder Quantität.
00:31:08: Marvin Baldauf: Beides muss in Einklang gebracht werden.
00:31:10: Franziska Manck: Und wo finden wir dich in Social Media? Auf Instagram oder auf Tiktok?
00:31:15: Marvin Baldauf: Auf LinkedIn?
00:31:17: Franziska Manck: Aber wenn man so Verwaltung. Wo bist du denn in Social Media insgesamt noch? Bist du hauptsächlich auf LinkedIn unterwegs?
00:31:24: Marvin Baldauf: In der Tat, ja. Also LinkedIn, zeitweise noch Twitter. Aber ich habe mich auch persönlich irgendwann dagegen entschieden, weil die sozialen Medien sind auf der einen Seite schön und gut, aber haben auch ihre Grenzen. Und für mich war das jetzt nicht entscheidend und ich habe das lediglich für den beruflichen Kontext letztendlich aufrechterhalten. Ansonsten privat, eigentlich nutze ich keine sozialen Medien.
00:31:48: Franziska Manck: Du bist heute auf der Talentprobe. Du bist hier als Speaker. Du warst schon beim Panel dabei, ein gern gesehener Gast. Ja, auch natürlich im Podcast. Wenn ich dich treffe, wo siehst du dich so? Bei Events? Bei Konferenzen? Bist du in der ersten Reihe, bist du ganz weit vorne? Setzt du dich da hin oder bist du eher derjenige, der sagt Ich bin ein bisschen zurückhaltender, setz mich in die vierte oder fünfte Reihe oder bist du genau, sagst du, ich setze mich hinten hin und beobachte. Wo finden wir dich?
00:32:15: Marvin Baldauf: Das ist ganz unterschiedlich. Also ich bin regelmäßiger Veranstaltungen, vor allem natürlich im Kontext der Digitalisierung. Verwaltungsmodernisierung, Digitaler Staat, Smart Country Convention, Leitveranstaltung rund um das Thema. Und natürlich versuche ich immer, den Austausch zu gehen mit den Menschen. Warum bin ich dann überhaupt vor Ort? Weil ich mich austauschen möchte. Und natürlich, wenn ich, wenn es um die Reihenordnung geht, relativ flexibel. Ich versuche mich aber aktiv einzubringen, weil ich ja vor Ort bin und auch persönlich etwas mitnehmen möchte. Und ich glaube, da gilt es natürlich auch, das gilt für alle anderen auch, sich aktiv einzubringen. Und das versuche ich auch zu leben letztendlich. Das ist eine intrinsische Motivation, die ich vielleicht auch habe, denn das bringt mir total viel. Der Austausch mit Menschen auch mal vielleicht eine kritische Diskussion über verschiedene Standpunkte. Aber ich bin der Meinung, wir haben dürfen nicht immer nur schwarz weiß sehen. Das ist sehr stark, glaube ich auch in Deutschland in unserer Gesellschaft verankert, sondern wir müssen vielmehr auch Kompromisse finden in Deutschland. Und das gilt natürlich auch bei dem Thema Digitalisierung. Es gibt verschiedene Wege zum Ziel und ich tausche mich da regelmäßig aus und schätze das sehr, diesen Austausch.
00:33:22: Franziska Manck: Ich mag euch Marvin empfehlen, Verlinkt euch mit ihm auf LinkedIn, denn da ist er zu finden. Marvin Baldauf, der einfach unglaublich eloquent und sehr professionell hier in meinem Podcast in der ersten Reihe saß. Last question Marvin, was habe ich dich nicht gefragt, was du gern noch mitgeben möchtest.
00:33:39: Marvin Baldauf: Wir haben über sehr viele Dinge gesprochen. Ich hätte keinen weiteren Punkt. Tatsächlich.
00:33:45: Franziska Manck: Also ich muss dir sagen, ich hätte mit dir noch stundenlang über jeden einzelnen Punkte sprechen können. Und sag an der Stelle ganz herzlichen Dank. Marvin in der ersten Reihe. Bis zum nächsten Podcast, Marvin.
00:33:54: Marvin Baldauf: Danke dir.
00:34:03: Franziska Manck: Na, wie geht's?
00:34:05: Speaker3: Ja.
00:34:06: Marvin Baldauf: Du hast sehr viel gefragt.
00:34:08: Speaker3: Ja, es.
00:34:10: Franziska Manck: Ist ein bisschen wie eine Fragerunde.
00:34:11: Speaker3: Was für dich? In Ordnung.
Neuer Kommentar