Schicht im Schacht - Episode #32 - Yvonne Krick (Mainzer Stadtwerke)

Shownotes

Recruiting, Talentmanagement, Employer Branding und mehr – all das erwartet dich in diesem einzigartigen HR-Podcast! 🎙️

Mit einem völlig neuen Format bringt dieser Podcast frischen Wind in die HR-Welt: In jeder Folge kommen handverlesene Podcaster und Podcasterinnen mit ihren spannendsten Gästen und besten Inhalten zu Wort.

Freu dich auf bekannte Größen der HR-Szene wie Robindro Ullah, Tim Verhoeven, Simone Straub und Marcel Rütten – sie teilen wertvolle Tipps und Strategien, um dein Unternehmen noch erfolgreicher zu machen.

🎧 Jetzt reinhören und die Zukunft von HR mitgestalten!

Transkript anzeigen

00:00:03: Der HR-Podcast Selected by HRMDE.

00:00:06: Der Podcast Kanal mit den besten HR-Podcast-Folgen für euch zusammengestellt.

00:00:15: Glück auf und herzlich willkommen zu der HR-Podcast Selected by HRMDE.

00:00:20: Mein Name ist Alexander Peitsch, ich bin der Gründer des HM Instituts.

00:00:24: Heute stelle ich euch den Schicht im Schachtpodcast von Marcel Rütten vor.

00:00:28: Im Podcast der gleichnamigen Nourour-Pod Recruiting Kultkonferenz hat Marcel immer wieder spannende Gäste zu Gast und bei Marcel merkt man, was er weiß, wovon er spricht.

00:00:40: Viel Spaß beim Reinhören.

00:00:54: Glück auf und herzlich willkommen beim Schicht im Schachtpodcast, dem Podcast zum gleichnamigen Recruiting Event im Ruhrgebiet.

00:01:01: Mein Name ist Marcel Rütten.

00:01:02: Und mein Name ist Robin

00:01:04: Ola.

00:01:05: Und gemeinsam sprechen wir mit ausgewählten Gästen aus der deutschsprachigen HR und Recruiting-Welt im Podcast Hub Berlin über Ideen, Innovationen und Trends im Recruiting.

00:01:15: Hört rein oder diskutiert mit uns im Landschaftspark Duisburg Nord, wenn es heißt, es ist Schicht im Schacht.

00:01:26: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge vom Schicht im Schacht Podcast.

00:01:31: Und Robin, ich weiß nicht, wie es bei dir ist, aber bei Mainz und Wiesbaden Da weiß ich jetzt immer nicht, welche ist jetzt die bessere von beiden Städten.

00:01:40: Wir hatten ja schon Jörn aus Wiesbaden dabei in dieser Staffel und heute haben wir eine echte Mainzerin dabei.

00:01:46: Sie wird uns wahrscheinlich noch mal die andere Perspektive beibringen.

00:01:50: Ich sage an dieser Stelle herzlich willkommen, Yvonne Krieg.

00:01:53: Ja, danke schön.

00:01:54: Vielen Dank für die Einladung und hallo von meiner Seite.

00:01:57: Mainz war.

00:01:57: Mainz war schon lange nicht mehr, muss ich sagen.

00:02:00: Ja, dann wird es mal wieder Zeit, würde ich sagen.

00:02:02: Ich habe früher in Frankfurt gelebt und dann war Mainz nicht so weit und damals habe ich ja bei der Deutschen Bahn gearbeitet und da war noch eine der Zentralen in Mainz verortet.

00:02:13: Die ist dann aber umgezogen.

00:02:14: Ja, ein bisschen was ist, glaube ich, noch übrig geblieben von der Deutschen Bahn, aber nicht mal ganz so groß.

00:02:19: Ich muss zu meiner Schande gestehen.

00:02:20: Ich war, glaube ich, noch nie in Mainz.

00:02:22: Ich bin höchstens durch Mainz durchgegangen, um nach Wiesbaden zu kommen.

00:02:26: Oh,

00:02:26: oh, oh, oh,

00:02:27: zum Hinner-Knaven-Reich oder wie?

00:02:30: Genau.

00:02:32: Yvonne, damit die Hörerinnen sich ein wunderbares Bild von dir machen können, magst du dich einmal kurz vorstellen?

00:02:37: Ja, sehr gerne.

00:02:38: Also mein Name ist Yvonne Krieg.

00:02:40: Ich arbeite bei den Mainzer Stadtwerken jetzt seit knapp anderthalb Jahren und wie ich ins HR gekommen bin, soll ich vielleicht auch nochmal gerade erzählen?

00:02:49: Ja, bitte.

00:02:50: ist

00:02:50: so ein bisschen auf Umwegen passiert.

00:02:51: Also ich bin klassische Quereinsteigerin, ich bin von Haus aus Geografin, also habe Geografie studiert, Wirtschafts- und Sozialgeografie, neben welcher Publicistik und Politikwissenschaft, die sich dann doch noch ganz als dientig erwiesen haben später.

00:03:07: Und nach dem Studium, zu dem Zeitpunkt damals so, zwei, drei, zehn, vierzehn, war die Arbeitsmarktsituation noch eine andere.

00:03:16: Und da war das nicht so, dass alle gewartet haben auf Absolventen.

00:03:19: und dann habe ich mich auf Jobsuche begeben und habe dann auf der Connecticom in Berlin eine Messe, eine Jobmesse, den Rubin kennengelernt von What Should Do, einem Start-up aus Wien und war gleich begeistert von der Idee.

00:03:32: und die sind eben im HR sozusagen Dienstleister, also Personalmarketing.

00:03:37: und ja, habe mich da beworben und dann tatsächlich auch da angefangen und bin so quasi in den HR-Bereich reingerutscht.

00:03:45: erst mal von der Vertriebsseite, also von der Dienstleisterseite und dann später bin ich auf die andere Seite gewechselt.

00:03:53: Das ist so der grobe Weg, wie ich überhaupt ins HR gekommen bin.

00:03:57: Das ist ein fast schon antizykler Weg, würde ich sagen, weil normalerweise oder ich kenne viele, viele Karrieren, die von HR dann irgendwann auf der Dienstleisterseite münden.

00:04:09: Aber von der Dienstleisterseite in HR ist ehrlicherweise ungewöhnlicher, wenn man ausschließt quasi die die Personalberater oder externe Rekruter Seite ins Rekruting.

00:04:19: Das passiert häufig, aber so aus dem Personalmarketing-Umfeld dann ins HR zu gehen ist.

00:04:24: Stimmt.

00:04:25: Kommt nicht so häufig vor.

00:04:25: Kommt

00:04:26: nicht so häufig vor, oder?

00:04:27: Und dann noch als die umgelaufen.

00:04:29: Ja, als Geografer, genau.

00:04:32: Das ist wahrscheinlich ein wahrlich, aber das hat auch, glaube ich, mit dem Thema zu tun.

00:04:35: Einfach und zwar Employer Branding.

00:04:38: Das hat mich dann total angefixt.

00:04:39: Also ich war dann in der Kundenbetreuung, in der Bestandskundenbetreuung, BtoB-Bereich, hatte Kunden wirklich von Bundeskanzleramts, Versicherungen, Mode, Konzerne, alles Mögliche und habe quasi... uns da als eine Marketingmaßnahme, als Personalmarketingmaßnahme vorgestellt, implementiert.

00:04:59: Und ja, war dann angefixt von dem Thema und wollte das gerne auch selber machen.

00:05:03: Und in einem Start-up ist das natürlich nicht möglich.

00:05:05: Ja, das ist zu klein, als dass man da selber Aktivitäten setzt oder von Employer-Branding zu sprechen.

00:05:13: Und ja, von daher musste ich dann irgendwann auf die andere Seite wechseln und bin dann erstmal im Recruiting gelandet, weil das natürlich so der naheliegende Weg ist, genau.

00:05:22: Und weil es auch zu dem Zeitpunkt noch gar nicht so viele Firmen gab, die das ausschließlich in einer Rolle gemacht haben.

00:05:28: Also das hat sich jetzt so in den letzten Jahren extrem entwickelt.

00:05:32: Und ja, zu dem Zeitpunkt haben das viele so mit dem Recruiting einfach noch mitgemacht.

00:05:36: Ja, auf der anderen Seite, wenn ich das jetzt so höre, hört sich das natürlich schlüssiger an, wenn man vergleicht, dass sonst auch Arbeitsrechtler oder Wirtschaftspsychologen, halt diejenigen sind, die im Unternehmen dann auf HR Seite Personalmarketing und Employer Branding Aktivitäten planen.

00:05:52: Die bringen vermeintlich weniger Kompetenzen mit als jemand, der über seine Karriere dann auf Dienstleisterseite schon einen ganzen Haufen Unternehmen von Inja sehen durfte und dann eben sie Employer Branding seitig begleitet hat.

00:06:06: absolut.

00:06:07: Also und das ist was, was ich merke.

00:06:09: Ich habe natürlich auch viel dann gelesen oder auch mal Seminare besucht.

00:06:13: Dieses Wissen aus erster Hand, das kann mir keiner mehr wegnehmen.

00:06:18: Wir haben damals natürlich viel über die Probleme gesprochen mit den Kunden, was um was geht, was habt ihr für Themen?

00:06:23: Können wir euch dabei unterstützen?

00:06:25: Und das hat mir einfach extrem geholfen, da so eine Sicht aufzubauen.

00:06:29: Wie geht es denn anderen Unternehmen und was machen die vielleicht?

00:06:32: Und einfach so auch anders zu denken.

00:06:35: Also das war sicher ein super Start in einem Start-up.

00:06:38: Gerade auch bei What You Do, die ja extrem Storytelling betreiben, auf allen Ebenen, die sehr stark... einfach in diese Rolle gehen.

00:06:49: Was ist die Zielgruppe?

00:06:50: Wie können wir die erreichen?

00:06:52: Und ja, das habe ich da einfach auch so mitgenommen aus der Zeit.

00:06:56: Jetzt warst du ja lange in Wien und bist dann so grob vor zwei Jahren wieder zurück nach Hause, nach Mainz gegangen, bis jetzt Employer Burning Managerin bei den Mainzer Stadtwerken.

00:07:08: Welche Herausforderungen habt ihr da im Bereich Employer Burning und Recruiting?

00:07:12: Also tatsächlich die größte Herausforderung ist, dass wir im Prinzip erstmals mit Fluktuationen konfrontiert waren, also dass das in der Vergangenheit in den Jahren vor Corona so gut wie gar nicht der Fall war und auf einmal auftritt und gleichzeitig natürlich die Rentenbedingtenabgänge.

00:07:29: Wie ich vorstellen könnte, ist die Altersstruktur ein bisschen höher und da werden jetzt in den nächsten zehn, zwölf Jahren sehr, sehr viele Kollegen in Rente gehen.

00:07:37: Kurzum, ja, wir müssen da nachbesetzen und einfach die Organisation personelle Struktur und so weiter, aber auch das Mindset nachziehen, sodass das jetzt bei den Stadtwerken auch wirklich angekommen ist, wie in vielen anderen Unternehmen schon vor einigen Jahren.

00:07:54: Es ist nicht mehr so einfach, Leute zu finden und wir müssen da was tun.

00:07:58: Welche Profile sucht ihr da?

00:07:59: Also seid ihr ausschließlich Energieversorger oder ist das wie in anderen Städten auch, dass auch das Thema Mobilität oder öffentlicher Nahverkehr auch dazu gehört oder?

00:08:08: Ja.

00:08:08: Ganz genau.

00:08:09: Also unsere größte Tochter ist die Mainzer Mobilität.

00:08:11: Busfahrer ist da so das meistgesuchte Profil, Energieversorger und Netzbetreiber.

00:08:17: Da suchen wir Monteure, betreiben auch das Trinkwasser in Mainz und Region.

00:08:22: Das heißt Gas, Wasser und Elektrizität Monteure und Auszubildende.

00:08:27: Also das sind so die drei Berufsbilder, die wir am häufigsten suchen.

00:08:32: Und dann natürlich Querbeet.

00:08:34: Also wir sind wahnsinnig breit aufgestellt.

00:08:36: Schwimmart gehört seit einigen Jahren auch noch zu uns.

00:08:39: Das heißt Rettungsschwimmer ist auch so ein Profil, das nicht so leicht zu finden ist und ein bisschen exotischer.

00:08:48: Ja, gar nicht so leicht auf jeden Fall.

00:08:50: Man kann da über Vereine gehen.

00:08:53: Oder es gab vor ein, zwei Jahren mal hier eine Kampagne jetzt leider nicht von uns, aber das war drüben in Hessen.

00:08:59: Die haben vom Radio aus eine Riesenkampagne gemacht und Rettungsschwimmer ausgebildet.

00:09:05: gesagt, Leute freiwillig einfach um das Land Hessen sozusagen zu staffen mit Rettungsschwimmern, private Leute und haben das quasi, haben die ausgebildet, haben dann Riesen-Event rausgemacht und da konnte man natürlich dann auch den einen oder anderen abgreifen sozusagen, der das dann beruflich machen wollte.

00:09:25: Schon abgefahren, aber ein Beruf, ja.

00:09:28: Eine kurze Frage zwischendurch.

00:09:30: Sind Stadtwerke je statt, dann haben die unterschiedliche Portfolien, also was zu euch gehört und was nicht, das kann je statt unterschiedlich sein.

00:09:39: Genau, das kann unterschiedlich sein.

00:09:41: Ja, das, wie man so schön sagt, historisch gewachsen.

00:09:46: Also bei uns, wir haben über fünfzig Tochter- und Beteiligungsgesellschaften, das schon wirklich eine ganz, ganz große Bandbreite, auch viel erneuerbare Energien, Kompetenzzentrum, intelligente Mobilität.

00:09:57: Also da wird geforscht, wie können wir in der Stadt Mainz, ja, beispielsweise Parkplätze und so weiter organisieren, autonomes Fahren, etc.

00:10:05: Also das, glaube ich, hat eine sehr große Bandbreite.

00:10:08: Und was noch ein Unterschied ist, ob das eben Nrg gmbh ist oder halt wirklich in öffentlicher Hand und das hat glaube ich auch einen großen Einfluss auf die Unternehmenskultur und wie modern oder nicht modern vielleicht die Stadtwerke dann auch sein können.

00:10:24: Aber müsst ihr dann quasi Entscheidungen die irgendwie eine höhere Trag weiter haben müssen die dann erst durch den Rat der Stadt gehen bis bis ihr dann loslegen könnt oder seid ihr da.

00:10:34: Da peng ich genug sozusagen, dass ihr auch alleine die Sachen auf den Weg bringen könnt.

00:10:37: Also es gibt eine Aufsichtsrat, wo dann eben auch von der Stadt aus Personen drin sitzen, die dann gewisse Themen entscheiden.

00:10:46: Aber das ist jetzt nicht, zum Beispiel jetzt in meinem Wirkungsfeld ist das, es werden die eher informiert.

00:10:52: Also wir haben quasi, das wurde beschlossen, bevor ich kam, diese Rolle soll es geben und die Person soll das und das machen und dann habe ich da wirklich extrem viele Freiräume und stimm das dann im Vorstand.

00:11:03: ab, beziehungsweise natürlich mit meinen Vorgesetzten, aber da muss jetzt nicht alles irgendwie drei Jahre durch den Gremium oder sowas.

00:11:11: Okay, also du musst jetzt nicht die Bilder, die du für die nächste Kampagne schießen lassen, die musst jetzt nicht durch den Stadtrat bringen.

00:11:19: Und wie vernetzt sind da auch Städte oder Stadtwerke untereinander, dass man sagt, okay, wir in Mainz machen das so und so und wir tauschen uns da mit allen anderen Städten in der Umgebung aus, weil die Genau, ähnliche Herausforderungen haben.

00:11:34: Gibt's so was?

00:11:35: Ja, gibt's schon, aber tatsächlich oftmals mehr dann noch mal auf die Branche zugeschnitten.

00:11:41: Also wir Energieversorger sind untereinander gut vernetzt und die Mobilitätsanbieter auch, weil einfach die Berufsbilder so extrem unterschiedlich sind.

00:11:51: oder auch die Herausforderung gesetzlichen Regulatorien etc.

00:11:55: Deswegen sind wir dann oftmals stärker auf der Ebene vernetzt, aber natürlich auch Stadtwerke.

00:12:01: Also es kommt immer mal wieder vor, dass sich jemand meldet oder auch andersrum, dass wir mitbekommen, die haben irgendwas gut umgesetzt.

00:12:08: oder zum Beispiel letztes Jahr habe ich ein Mitarbeiter Empfehlungsprogramm eingeführt, dass man da einfach mal rausreicht, sozusagen, wie habt ihr das denn gemacht oder gibt es das schon?

00:12:18: Also da ist man auf jeden Fall vernetzt.

00:12:20: Und wie schwer oder einfach ist es dann Kandidatinnen davon zu überzeugen, dass Mainz die schönere Stadt ist im Vergleich zu Wiesbaden?

00:12:28: Also kommen wirklich Leute rüber oder gehen Leute von Mainz nach Wiesbaden?

00:12:32: Wie sieht's da aus?

00:12:33: Habe ich die Frage noch ein bisschen?

00:12:34: Ja bitte, muss man im Mainz Wohnung für euch zu arbeiten?

00:12:39: Nein, das wusste man nicht.

00:12:40: Wir haben tatsächlich einige von der App-Site, wie man bei uns sagt, also die Überreiner.

00:12:47: Das ist keine Grundvoraussetzung.

00:12:49: und interessanterweise, ich hätte nämlich vorher vermutet, dass ganz, ganz viele Meisterinnen und Meister bei den Stadtwerken arbeiten, aber tatsächlich kommen ganz viele aus dem Umland.

00:12:59: Einfach, weil es erstens ein großer Arbeitgeber ist, zweitens sehr gut erreichbar ist und halt natürlich auch ein Mainz ist und nicht.

00:13:09: Aber vielleicht an der Stelle noch einen Fun Fact, den man auf gar keinen Fall bei einem Wiesbadener Arbeitgeber bekommt.

00:13:17: Und zwar haben wir vor zwei Tagen unsere allererste eigene Fassnachtssitzung gehabt bei den Mainzer Stadtwerken.

00:13:23: Das gibt es definitiv nicht in Hessen.

00:13:27: Also, liebe Wiesbadener, falls ihr diesen Podcast hört, da habt ihr euren Benefit, warum ihr unbedingt in Mainz arbeiten solltet.

00:13:34: Genau.

00:13:35: Jetzt hast du dich ja... Dann doch schon seit ja knapp zehn Jahren mit Emplor Branding Themen befasst.

00:13:41: was ist denn so?

00:13:42: oder was macht aus deiner Sicht denn ganzheitliches Emplor Branding aus?

00:13:46: und.

00:13:47: Was mich dann auch interessieren würde jetzt sind ja die die Zeiten gerade nicht so rosig.

00:13:51: wie geht man aber auch in Krisenzeiten mit Emplor Branding um

00:13:55: genau.

00:13:56: Also ich versuche da eigentlich immer so die Perspektive von den Menschen einzunehmen.

00:14:01: Das ist ja teilweise auch ein abstraktes Thema und deswegen versuche ich mich rein zu versetzen.

00:14:04: Ist es denn für Kandidaten und Kandidatinnen, aber auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

00:14:10: Also das heißt, wenn ich jetzt eine Arbeitgebermarke aufbaue, wie sehen das die Leute da draußen, ist das nachvollziehbar, ist das verständlich, wenn ich dann den ersten Kontakt habe.

00:14:21: entdeckt sich das damit, wenn ich dann da arbeite.

00:14:24: Wie fühlt sich das an, in dem Unternehmen zu arbeiten?

00:14:27: Also dieses Ganze anhand der Candidate Journey sozusagen zu begleiten und durchzudeklinieren.

00:14:34: Das wäre für mich ganzheitliches Employer Branding.

00:14:36: Also, dass man nicht nur denkt, okay, wie kriegen wir die Leute ran und dann hört es auf, sondern wie geht es für die Leute danach weiter?

00:14:44: Und ja, das ist immer so meine Perspektive, wenn ich über Maßnahmen nachdenke.

00:14:50: in welche Richtung das geht und natürlich ganz grundlegend, dass man einfach die Arbeitgebermarke mal definiert und eine Strategie entwickelt.

00:14:58: Wie gehen wir das Ganze an?

00:14:59: Und das steht jetzt tatsächlich bei uns auch für dieses Jahr an oder für dieses und nächstes Jahr wahrscheinlich.

00:15:07: Aber merkt ihr bei euch als Unternehmen, die, ihr gehört ja nicht der öffentlichen Hand sozusagen, aber ihr seid ein Arbeitgeber, der im öffentlichen Dienst tätig ist.

00:15:16: So kann man das vielleicht formulieren.

00:15:18: Genau, es ist nicht so ganz easy, ja.

00:15:20: Also wir sind da AG, aber wir hängen natürlich trotzdem da dran.

00:15:25: Merkt ihr dann bei euch auch, ich sag mal, wirtschaftliche Veränderungen sozusagen, also wenn jetzt aktuell sind wir eher in der Rezession, kriegt ihr das auch so schnell?

00:15:35: bei euch zu spüren, wenn dann beispielsweise Budgets ein bisschen kleiner ausfallen oder Maßnahmen nach hinten verschoben werden oder so.

00:15:42: Oder ist das bei euch eher, dass ihr dann weiter durchplanen könnt, weil ihr diese Schwankung nicht so stark habt?

00:15:47: Also ich glaube speziell jetzt bei uns in Mainz ist es so, dass zwei Faktoren zum Tragen kommen.

00:15:52: Das eine ist, dass wir eben so breit aufgestellt sind.

00:15:55: Also Energie, Mobilität.

00:15:57: Also Mobilität natürlich kostet viel, auch gerade Deutschland-Ticket, Mobilitätswende etc.

00:16:02: Das sind ganz große Herausforderungen.

00:16:05: letztes Jahr schwieriges Thema, da war man natürlich auch erst mal vor Herausforderungen gestellt, haben aber auch Immobilien, erneuerbare Energie etc.

00:16:16: Also wir sind da wirklich, Gott sei Dank, sehr, sehr breit aufgestellt und dadurch auch... würde ich sagen auf sehr sicheren Standbeinen.

00:16:23: Und von daher, jetzt denke ich mal, spüren wir das nicht so ganz so schnell, wie vielleicht kleinere Unternehmen oder andere Branchen.

00:16:32: Und das andere in Mainz ist, dass ja Biontech in Mainz sitzt und dadurch in den letzten Jahren sehr, sehr viele Steuern generiert hat oder Steuereinnahmen für die Stadt Mainz, wovon natürlich wir dann auch profitiert haben, ändert sich jetzt natürlich auch ein bisschen, weil natürlich diese ganze Corona-Impfthematik da abgeklungen ist.

00:16:52: Aber das sind glaube ich noch mal zwei Besonderheiten.

00:16:54: Von daher kann ich zu dem Zeitpunkt jetzt nicht sagen, dass wir da Budgettechnik zum Beispiel ganz knapp bei Kasse sind und das ganz, ganz arg spüren.

00:17:05: Eine Frage.

00:17:06: Ihr seid ja quasi dann... In der Wahrnehmung der meisten Kandidatinnen.

00:17:11: aber öffentlicher Dienst, oder?

00:17:14: Wie werdet ihr wahrgenommen?

00:17:16: Im Prinzip schon.

00:17:17: Ja, doch, das würde ich schon auch so unterschreiben.

00:17:19: Es war auch mein Gedanke natürlich am Anfang.

00:17:22: Aber ja, das ist, glaube ich, auch die große Herausforderung für die nächsten Jahre dann zu zeigen, dass es eben nicht so ist.

00:17:29: Ja, auch die Unternehmenskultur, wir sind da sehr interessiert oder offen für Neues.

00:17:35: Also da wird wirklich geforscht auch Ideen entwickelt, zum Beispiel jetzt mit dem Thema geht rentenbedingte Abgänge.

00:17:42: Da wurde ein eigenes Programm entwickelt, um Know-how zu sichern und ganz, ganz modern, das auch vertrieben wird und auch so die Gestaltung vom Arbeitsplatz.

00:17:53: Also ich habe da total viel Freiheit und es wird auch absolut erwartet, dass man neue Dinge ausprobiert oder denkt und mitdenkt und hinterfragt.

00:18:04: Ich glaube, das führt dazu, dass da gar nicht so viele Leute sind, die einfach nur sagen, ich arbeite das jetzt mal ab und mehr will ich auch gar nicht.

00:18:11: Also gibt es natürlich auch und kommt sehr, sehr auf die Berufsbilder drauf an.

00:18:15: Aber zumindest in der Bubble, in der ich unterwegs bin, ist es überhaupt nicht so.

00:18:19: Und deswegen, ja, das ist sicher eine Herausforderung, auch aufzubrechen und zu zeigen, es ist überhaupt nicht so der öffentliche Dienst, wie man sich das vorstellen würde.

00:18:29: Wobei ich eher positiv gesprochen, wobei ich schon glaube, dass das Leute, die bei einem Unternehmen wie einem Stadtwerke-Unternehmen schon auch eine hohe Identifikation dann auch für die Stadt und für die Region mitbringen.

00:18:42: Ja, auf jeden Fall.

00:18:43: Das ist auf jeden Fall, dass man da einfach Versorger ist und es gibt natürlich auch dem Job sofort Sinn.

00:18:48: Das hast du in anderen Bereichen nicht.

00:18:51: Das haben wir natürlich in der Energiekrise schon gemerkt, dass wir dann einfach die Mitarbeiter nochmal erreichen konnten.

00:18:58: Wir sind total wichtig für die Region und wenn wir jetzt nicht einen guten Job machen, dann haben wir da noch ein Problem mehr sozusagen.

00:19:06: Ja, ich meine, es gibt ja auch Daten dazu, Robin, das Unternehmen.

00:19:10: aus dem öffentlichen Dienst oder Artverwandtes seit Corona oder eben in Krisenzeiten deutlich mehr Zulauf haben oder deutlich nachgefragt da sind, weil sie eben diesen Wert Sicherheit nochmal ganz anders oder neu bespielen können.

00:19:24: Also es gibt schon seit ungefähr zweitausend, fünfzehn, sechzehn, so ein Trend hin zum öffentlichen Dienst, das da immer attraktiver geworden ist.

00:19:33: Je nachdem, wie man das verfolgt, aber bei Schülerinnen war schon vor der Pandemie, waren große öffentliche Dienstarbeitgeber schon voll unter den Top five und teilweise auch Top eins.

00:19:45: Also da hat sich das sehr stark durchgesetzt.

00:19:47: Bei der durch die Pandemie ist dieser Effekt in die anderen Zielgruppen übergeschwappt.

00:19:51: Also wir sehen eine klare Attraktivitätssteigerung bei Professionals, bei Non-Academics, also in der Berufsausbildung etc.

00:20:00: Da war es auch schon eher attraktiver.

00:20:03: Aber du hast ganz klar gemerkt, der Wertsicherheit hat einfach enorm an Bedeutung gewonnen, muss man schon sagen.

00:20:11: Und wir sehen einfach jetzt so generelle Attraktivität, was wir aber auch gesehen haben ist zum Beispiel, dass der öffentliche Dienst sehr, sehr häufig nur mit einer Handvoll Unternehmen assoziiert wird.

00:20:23: Also die diese krasse Vielfalt, diese ganze Stadtwerke oder Gerichte und was es noch alles gibt.

00:20:30: Das sind ja unfassbar viele, ich nenne es jetzt mal kleinere Unternehmen, die in diesem Feld zu finden sind.

00:20:37: Und da sagen die meisten, wir hatten mal so eine Zusatzerhebung zum öffentlichen Dienst gemacht, die meisten sagen ja, ist attraktiver geworden, finde ich voll spannend, wissen nix darüber.

00:20:47: Merkt ihr das bei euch auch so seit?

00:20:49: Na gewissen Zeit, dass da einfach mehr Zulauf bei Bewerbungen da ist?

00:20:53: Ja, demgegenüber steht natürlich die Fluktuation, die steigt ja, also früher hatten wir einfach nicht den Bedarf, so viel zu rekrutieren, das muss man ganz klar sagen.

00:21:01: Und deswegen ist es, glaube ich, schwierig, da eins zu eins eine Aussage zu treffen, ob jetzt da mehr Bewerbungen sind oder ob sich einfach das umgestaltet hat sozusagen für Meisterstadtwerke.

00:21:13: Ich glaube, das war also eine Sache, die du aus den Umfragen siehst.

00:21:19: die Attraktivität und dieser Wunsch in diesem Bereich zu gehen, allein reicht nicht.

00:21:24: Du musst die Stellen finden, du musst darüber Bescheid wissen und so weiter.

00:21:27: und genau solche Positionen wie du.

00:21:31: sind hier nicht überall im öffentlichen Dienst vertreten oder in Unternehmen, die sozusagen in diesem Segment zugeordnet werden.

00:21:38: Absolut.

00:21:39: Also ich glaube, je mehr du dann Richtung Städte, Kommunen oder was auch immer gehst, desto starrer wird es dann auch vermutlich.

00:21:47: Also da gibt es wahrscheinlich nur wenige, die so gewieft sind und sagen, ja, wir versuchen das jetzt mal ganzheitlicher zu betrachten und das Thema komplett aufzuräumen.

00:21:57: Also ich sehe da viele eher so Kampagnen.

00:22:00: Es ist klar, es muss was gemacht werden, aber das ist eher so ein bisschen auch ein Löcherstopfen.

00:22:05: Also ich glaube jetzt nicht, obwohl es nämlich auch war, dass dieses Sicherheitsbedürfnis, glaube ich, bei vielen größer ist, aber auf der anderen Seite steigen auch die Erwartungen.

00:22:17: Also dass in Bewerbungsgesprächen einfach eine ganz große Erwartungshaltung ist, was alles geboten wird und weil man sich heute super informieren kann und bei Leuten hört, ich bekomme noch den Benefit und dies und jenes.

00:22:29: Und ich glaube, dass ganz viele da nicht mithalten können.

00:22:33: Also das hat es total hochgeschaukelt, denke ich, in den letzten Jahren.

00:22:36: Und dazu muss ich sagen, wir bieten extrem viel an.

00:22:39: Also wir haben wirklich für alle Interessen, die man hat oder alle Lebenslagen haben wirklich Benefits.

00:22:45: Also wir sind da sehr, sehr gut aufgestellt.

00:22:47: Und trotzdem kommt es noch vor, dass dann in den Bewerbungsgesprächen oder auch durch unser Ideen, Wettbewerbe Sachen aufkommen, wo wir denken, okay, klar, könnte man auch noch machen werden.

00:23:00: Lokal sehr stark präsenter Arbeitgeber, habt ihr auch, wie soll ich sagen, vielerlei Möglichkeiten auch lokal wirklich sichtbar zu sein.

00:23:09: Nutzt ihr da vieles so aus Employmenting und Personalmarketing Perspektive auch out of home, weil man sich ja auf einen Stadtgebiet sozusagen konzentrieren kann oder ein bisschen drumherum sozusagen.

00:23:20: Aber wenn man so durch Mainz schlendert, auch immer wieder auf euch trifft.

00:23:25: Ja, auf jeden Fall.

00:23:26: Und da ist total dankbar, dass wir vor ein paar Jahren ein Rebranding hatten.

00:23:31: Das bunte M, also für Mainzer Stadtwerke und eben auch die Tochtergesellschaften alle mit dem Namen.

00:23:37: Und dieses bunte M, das findet man wirklich in Mainz überall wieder.

00:23:40: Also dadurch, dass wir einerseits durch ÖPNV sehr präsent sind, aber auch Tochtergesellschaft Breitband, die jetzt Internet in Mainz anbietet, da sind immer Aufkleber zu sehen.

00:23:52: Und deswegen ist die Marke an sich auf jeden Fall... in Mainz bekannt.

00:23:56: Und jetzt, eben wo das Thema Employer Branding auch relevanter wurde in den letzten zwei, drei Jahren, wird das auch dazu genutzt.

00:24:03: Also da ist jetzt eine enge Zusammenarbeit mit Marketing, die sagen beispielsweise, wir sind bei einem Open Air Sponsor oder jetzt kürzlich Mainz zero fünf Stadion, da haben wir schon seit zehn Jahren Implakat hängen, wollen wir das nicht jetzt für Employer Branding nutzen.

00:24:16: Und da ist also das natürlich für mich super, super dankbar, weil da gibt es schon ganz viel und das sieht auch wirklich ganz, ganz toll aus.

00:24:24: Also es ist nicht so ein olles Logo irgendwie, das super unsexy ist, sondern es sieht wirklich cool aus.

00:24:31: und ja, von daher das machen wir auf jeden Fall auch immer wieder Plakatkampagnen, also auch wenn das natürlich eher so die klassischeren Dinge sind, aber ich glaube das macht schon viel aus, wenn man da sichtbar ist.

00:24:41: Auf der anderen Seite, wenn ich jetzt eben so die mitarbeitenden Struktur angucke, wo viele aus dem Umland kommen, komme ich da immer mal ins Zweifeln und denke vielleicht sollten wir auch mehr woanders noch machen, vielleicht ist da noch ein großes.

00:24:53: Potenzial, dass wir die Leute erreichen, dann halt eben über Social Media oder vielleicht auch mal Radio-Werbung, solche Sachen.

00:25:00: Aber es ist natürlich schon auch, also aus meiner Perspektive ein dankbarer Case, wenn du super viel Fläche hast, die du einfach bespielen kannst in den Bussen und so was, das ist ja was, was du als, ich sag mal, Null Acht Fünfzehn Arbeitgeber, der aus irgendeinem anderen Region kommt, das kannst du ja fast gar nicht bezahlen, wenn du alle möglichen Buste bespielen willst von innen, von aus und wie auch immer.

00:25:19: Absolut.

00:25:20: Das ist was, was man, glaube ich, super dankbar mitnehmen kann, weil man eben auch einen ganzen Haufen Leute erreicht.

00:25:25: und Personalmarketing und Employer Burning funktioniert natürlich nicht nur online, sondern vor allem auch.

00:25:31: eben draußen.

00:25:32: Ja, also wir haben ja auch dann natürlich diverse Standorte, also wir haben ja nicht nur eine Zentrale, sondern wir haben mehrere Standorte in ganz Mainz.

00:25:39: und jetzt beispielsweise.

00:25:40: mal haben wir dann gesagt, ja wir haben hier an der Rainer Leder, es ist jeden Tag super viel Stau und da kommt ganz viele Leute vorbei, nutzen wir doch einfach die Fläche und haben da ganz günstig so Banner produzieren lassen.

00:25:52: und interessanterweise ein paar Monate später hat sich eine Dame beworben, der Mann hat einen Job in Mainz bekommen, die kommt von wo ganz andersher.

00:26:01: Ich weiß jetzt gar nicht mehr, aus welchem Bundesland, wo andersher und waren auf dem Weg eine Wohnung zu besichtigen, was auch immer.

00:26:07: Kamen bei uns vorbei und haben das Plakat gesehen und dann hat sich bei uns beworben und tatsächlich auch bei uns jetzt angefangen.

00:26:13: Und das ist natürlich schon ziemlich cool, dass man da durch ganz, ganz einfache Maßnahmen, aber wie das vielleicht früher auch immer der Fall war, bevor online so riesengroß war, kommen vielleicht wieder ein bisschen back to the rules.

00:26:28: Ja,

00:26:29: auf jeden Fall.

00:26:30: Ja, und wenn du nur die Produktionskosten für so einen Banner hast, ich meine, das kostet auch Banner, ne?

00:26:34: Ja.

00:26:34: Fünfzig, hundert oder fünfzig Euro, je nachdem.

00:26:36: Dafür kriegst du keine Stellen an Zeige gebucht.

00:26:38: Ja,

00:26:38: das richtig.

00:26:40: Und es hat noch andere Effekte natürlich, es hat trotzdem noch Branding-Effekte.

00:26:44: Ich habe jetzt überlegt, wir haben so eine ganz große Lagerhalle da noch und mehrere Schulen in der Nähe.

00:26:50: Ob wir vielleicht da sozusagen irgendwas in die Richtung machen, hier ist jetzt aktuell dein Schulweg, könnte deinen Ausbildungsweg auch sein, hast es nicht weit oder sowas in die Richtung.

00:26:59: Ich glaube, wenn ich auch bei einem solchen Arbeitgeber arbeiten würde, ich würde auch die ganze Stadt voll plakantieren.

00:27:10: Yvonne, du warst zuletzt auch beim Back-up in Berlin, ne?

00:27:13: Und da hast du eine Session gehalten zur Viertagewoche.

00:27:17: Inwieweit glaubst du, dass dieser Ansatz sowohl von Kandidatinnen als auch von Unternehmen in der Breite gewünscht als auch umgesetzt werden kann?

00:27:27: Ja, Viertagewoche also.

00:27:29: Find ich ein super spannendes Thema.

00:27:30: Und bevor ich auf dem AT&T Barcamp war, hätte ich das Ganze noch wesentlich optimistischer gesehen und gesagt, das muss ich doch entwickeln.

00:27:38: Also einerseits aus ganz egoistischen Gründen, wenn man selber davon profitiert, aber andererseits auch, wenn man so denkt mal im historischen Kontext, dass sich die Arbeitszeit immer weiter reduziert hat.

00:27:49: Und Thema Homeoffice zum Beispiel ja auch sich durch die Krise, durch die Corona Krise so ein Push erfahren hat und jetzt nicht mehr wegzudenken ist.

00:27:58: So in die Richtung habe ich auch gedacht.

00:28:00: Durch jetzt das Aja Barcamp habe ich gemerkt, dass es kein einheitliches Verständnis davon gibt.

00:28:06: Also ich bin davon ausgegangen, wie jetzt auch die Studien in Großbritannien und Co, dass man innerhalb von vier Tagen auch weniger Arbeitszeit leistet und das bei vollem Gehalt.

00:28:18: Aber in der Realität machen das tatsächlich einige Unternehmen so, dass sie dann die Vollzeitstunden in vier Tage quetschen.

00:28:26: Und den fünften Tag braucht man dann, um sich wieder zu regenerieren.

00:28:31: Also überhaupt nicht, aus meiner Sicht, zumindest der Grundgedanke von dem ganzen Thema ist.

00:28:36: Aber die Arbeit muss ja gemacht werden sozusagen, also die Arbeit verschwindet ja nicht.

00:28:40: Genau,

00:28:41: richtig.

00:28:41: Also

00:28:42: komplett.

00:28:43: Es kommt halt auch extrem auf die Branche drauf an.

00:28:45: Also da war ein Unternehmen fort, die haben das tatsächlich aus wirtschaftlichen Gründen gemacht.

00:28:49: Die haben gesagt, in den vier Tagen lassen sie die Maschinen durchlaufen, quetschen halt eben die Vollzeitstunden in die vier Tage, damit das effizienter ist.

00:28:57: Und dann hat natürlich das überhaupt nichts mit den Mitarbeitenden zu tun.

00:29:02: Und das merkt er auch, das ist überhaupt nicht familienfreundlich.

00:29:04: Das geht komplett in die andere Richtung von Work-Life Balance.

00:29:08: Und ja, das sehe ich schon sehr kritisch und ob das machbar ist und in die breite Masse geht.

00:29:14: Also ich denke mal schon, dass da viele sehr, sehr interessiert werden.

00:29:17: Auf der anderen Seite muss man natürlich auch sagen, wenn man effizienter arbeitet, dann fällt das ganze Flurgequatsche und Trödel hinweg.

00:29:24: Das ist, glaube ich, für viele auch nichts.

00:29:26: Die wollen das gar nicht.

00:29:27: Also dann geht Kultur verloren ein Stück weit.

00:29:29: Genau, geht Kultur verloren und auch einfach, wie man miteinander arbeitet oder dass man vielleicht dann auch einfach viele haben, glaube ich, auch Angst davor, dass man dann eben einen hohen Workload in der kurzen Zeit absolvieren muss.

00:29:40: Also ich glaube, das sind auch schon von den Mitarbeitenden jetzt nicht nur Hoffnungen da.

00:29:46: Und ja, dann ist natürlich die Frage, wie läuft es bei Jobs ab, wo man präsent sein muss, also wie er als Energieversorger oder Mobilitätsanbieter.

00:29:54: müssten dann nachstaffen, ja, weil wir das mit den Personen natürlich gar nicht abdecken können.

00:29:58: und dann ist die Frage, wer trägt die Kosten und ob das wirklich in der breiten Masse...

00:30:03: Ja, als Kursvora kann ich nicht effizienter meine Tour fahren, ne?

00:30:07: Das heißt, wenn ich auf die vier Tage Woche gehe, dann muss halt zusätzlich eingestellt werden.

00:30:12: Das heißt, zu dem demografischen Problem käme ja hinzu noch, dass wir dann deutlich mehr Personen mehr Köpfe brauchen, um das mindestens an Stunden abzudecken,

00:30:22: ne?

00:30:22: Ein wunderbares Thema muss ich sagen.

00:30:25: Interessanter weiß erst mal so, dass nicht alle die vier Tage Woche wollen.

00:30:31: Wir sehen nur so einen Zahlen ganz klar, dass die vier Tage Woche primär von Non-Academics gewünscht wird, also gerade diejenigen, die sehr sehr häufig eben.

00:30:40: einen Arbeitsplatz vor Ort haben oder sowas.

00:30:42: Die sehen den größten Mehrwert jetzt, wenn man so ein Fittpaket abfragt in einer vier Tage Woche.

00:30:48: Wohin gehen?

00:30:48: alle akademischen Berufe sagen, also nicht auf gar keinen Fall, aber da rutscht die vier Tage Woche weiter runter, weil sie eben genau die Ängste haben, die du eben gerade geschildert hast.

00:30:57: Ich möchte, top eins ist bei AkademikerInnen, ist flexibles arbeiten.

00:31:01: Die sehen sich in der Gefahr, dass sie zwar dann einen Tag frei haben, aber die vier Tage... quasi die komplette Flexibilität verlieren, die sie sonst zu brauchen oder bisher genossen haben sozusagen, dann arbeiten die lieber fünf Tage, haben dafür die Flexibilität.

00:31:18: Also wenn man die Historie betrachtet und sich die Sachen anguckt, geschafft wurde es durch die Industrialisierung und es wurde irgendwann geschafft, es als gesellschaftliches Thema anzuerkennen.

00:31:31: Weil die Diskussion oder die Dinge, die man dort in diesen historischen Berichten sieht, ist auf Einzelunternehmen heruntergebrochen haben, die sich super schwer getan.

00:31:39: Wie soll das funktionieren?

00:31:41: Dann müssen wir die Stunden in fünf Tage packen und bla bla bla bla bla.

00:31:45: Die Gesellschaft an sich hat sich aber in der Produktivität unfassbar geschiftet.

00:31:50: Das ist auf Einzelunternehmen Ebene vielleicht nicht so sichtbar, also das Land oder die Gesellschaft an sich schon.

00:31:57: Und so haben halt einzelne angefangen zu sagen, das muss doch eigentlich möglich sein, weil, overall gesehen, haben wir den Produktivitätszuwachs, vielleicht nicht unbedingt sofort in jedem Beruf und so weiter.

00:32:09: Und so hat das halt, ich weiß nicht genau, ungefähr siebzig, achtzig Jahre gedauert, bis dann in allen Bereichen überall die fünf Tage Woche angekommen war.

00:32:19: Naja, bei irgendwann hast du ja die Kapazitätsgrenze, also wir sind heute unfassbar effizient, weil wir ganz, ganz schnell kommunizieren können.

00:32:26: Das war natürlich vor zehn, zwanzig, dreißig Jahren ganz, ganz anders, aber irgendwann hast du natürlich auch dein Maximum erreicht an Informationen, die du verarbeiten kannst.

00:32:34: Ja, aber das glaube ich nicht.

00:32:36: Nein?

00:32:36: Nein, absolut nicht.

00:32:37: Also ich glaube, wir können uns ja immer noch weiterentwickeltes.

00:32:39: nur die Frage, wie man es macht.

00:32:40: Und jetzt ist nur die, was die in diesen siebzig, achzig Jahren... sehr langsam gemacht haben, ist de facto ja, sie haben gesamtwirtschaftlich irgendwann entschieden, auch nicht bewusst glaube ich, aber sie haben irgendwann entschieden, wir nehmen so einen Dip in Kauf.

00:32:57: Ja, dass wir einmal das, was hier gesamtwirtschaftlich an Produktivität gesteigert haben, das geben wir jetzt einmal dafür aus, dass alle eine fünf Tage Woche haben können.

00:33:06: Das ist jetzt so langsam erfolgt, dass da diese bewusste Entscheidung nicht wahrgenommen wurde.

00:33:11: Und jetzt haben wir eine sehr viel schnellere Zeit.

00:33:14: Jetzt kommt Die Produktivität steigt auf sehr viel schneller und jetzt kommen plötzlich Leute an und wir müssen noch eine vier Tage Woche haben.

00:33:21: Also gesamtwirtschaftlich gesehen, müsste die Gesamtwirtschaft jetzt einmal sagen, okay, den Dip nehmen wir in Kauf und der wird in die vier Tage Woche investiert und dann geht es wieder weiter nach oben.

00:33:32: Bist du mit einer anderen Meinung vor dem Barcamp reingegangen?

00:33:37: Welcher bist du denn rausgegangen?

00:33:38: Ja, dass ich das nicht mehr ganz so optimistisch sehe.

00:33:41: Also, dass ich einerseits denke, dass viele Unternehmen da draußen sich schwer tun werden, also eben offenbar aus finanziellen Gründen, aber auch vom Mindset her, was du jetzt eben angesprochen hast, da glaube ich auch, dass es was Übergreifendes geben muss, ein übergreifenden Gesellschaftswandel, aber eben auch auf persönlicher Ebene.

00:34:00: Und ich selber bin natürlich von mir ausgegangen, bin da sehr optimiert.

00:34:03: und würde das auch sehen so in der natürlichen Entwicklung über die Jahre.

00:34:08: Habe jetzt aber auch dann mich noch mal ein bisschen beschäftigt, wie sich das alles entwickelt hat und im Grunde, warum dann die sechs Tage Woche wegfiel, war dann ja auch einfach durch die Industrialisierung, weil die Jobs so extrem kräftezehrend waren, die da sechzehn Stunden gearbeitet haben, die Leute einfach krank geworden sind und gestorben sind.

00:34:26: Und jetzt heute ist es eben so, dass das Ganze eher sich... auf die Psyche auswirkt, also dass das körperliche natürlich jetzt nicht mehr ist.

00:34:34: Wir haben also hohe Standards, Versorgung etc.

00:34:38: Und das Ganze wirkt sich aber psychisch aus und das ist ja der Punkt.

00:34:41: Warum man das überhaupt machen sollte?

00:34:43: Also das ist ja die Frage dahinter.

00:34:45: Warum sollten wir das denn machen als Gesellschaft und für jeden Einzelnen?

00:34:50: Und das ist halt eben weil ein wahnsinniger Druck auf den Leuten lastet, dass sich ja auch noch weiter entwickeln wird, weil immer weniger Menschen mehr Menschen versorgen müssen oder dann die in Rente gehen eben und die einfach unter einem psychischen Druck stehen.

00:35:03: Dann gleichzeitig eben diese Informationsflut etc.

00:35:06: Also der Arbeitsalltag ist so wahnsinnig vollgepackt und man kann da gar nicht mehr Abstand von gewinnen.

00:35:12: Und was auch noch ein Punkt ist, ist natürlich Gleichberechtigung.

00:35:16: Also alle diejenigen, die in Teilzeit arbeiten, die hätten dann wahnsinnigen Benefit davon, weil sie einfach dann wieder mehr gleichgestellt wären.

00:35:25: Und von daher, finde ich, sprechen da so aus gesamtgesellschaftlicher Sicht total viele Gründe dafür und auch auf individueller Ebene.

00:35:34: ... all unseren Gästen hier in den Podcast stellen.

00:35:38: Du warst bei der letzten Schicht im Schach zu Gast.

00:35:41: Was ist für dich ... ... einmal vom Event selbst hingeblieben, ... ... aber vor allem auch innerlich?

00:35:46: Also vom Event selber, ... ... natürlich einmal die Location, ... ... dass wahrscheinlich jeder ... ... die Candy Bar ... ... hingeblieben.

00:35:55: einfach das Netzwerken, also dass da einfach eine gute, lockere Atmosphäre war und man mit allen ins Gespräch kommen konnte, dass das nicht so steif war.

00:36:04: Dann natürlich da die Kumpel, die am Schluss sehr emotional gesungen haben, das war wirklich ganz, ganz toll.

00:36:10: Und ja, dass man einfach gespürt hat, dass du und deine Frau auch das Ganze mit Herzblöd betreiben und ja, das einfach für euch auch ein großes Ding ist und das kam auf jeden Fall rüber.

00:36:20: Also von daher, das hat mir sehr, sehr gut gefallen.

00:36:23: Und inhaltlich ... habe ich am meisten von dem Thema ... ... Mitarbeiterinnen Empfehlungsprogramm ... ... von McDonald's mitgenommen.

00:36:30: Und da tatsächlich dann auch den Kontakt ... ... aufgenommen im Nachgang mit Elisa, ... ... die mir ganz viele tolle, ... ... wertvolle Tipps gegeben hat und Einblicke.

00:36:38: Und das hat mir so geholfen, ... ... weil ich ja ungefähr ein halbes Jahr später ... ... dann das Programm Gelaunstab bei uns im Unternehmen ... ... und ja, das sicherlich nicht so hinbekommen ... ... hätte mit der ganzen Kommunikation, ... ... wenn da nicht der Kontakt gewesen wäre.

00:36:52: Ach, schönes Story, ne?

00:36:53: Das ist daraus dann.

00:36:54: direkt ein Projekt erwachsen ist, was dann schon live gegangen ist?

00:36:58: Ja, ist live gegangen im November, genau.

00:37:03: Also ich habe zu dem Zeitpunkt schon dran gearbeitet, als die Veranstaltung war.

00:37:07: Aber ja, auf jeden Fall in der Umsetzung war das ein ganz, ganz großer Mehrwert.

00:37:11: Sehr cool.

00:37:13: Wunderbarer Abschluss.

00:37:14: Yvonne, vielen, vielen Dank für deine Zeit.

00:37:17: Vielen, vielen Dank auch für deine Einsichten.

00:37:19: Ich würde sagen, ich glaube, wir wissen jetzt... deutlich mehr über Mainz, warum die Mainzer Stadt für ein toller Arbeitgeber ist.

00:37:26: Danke dir dafür und wir sehen uns spätestens im Mai, wenn es heißt, es ist Schicht im Schacht.

00:37:30: Ja, ganz, ganz lieben Dank für die Einladung.

00:37:32: Danke,

00:37:33: ciao.

00:37:33: Ciao.

00:37:33: Tschüss.

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